Was heißt „treu“?
Die Beispiele stammen aus Testläufen mit einem lauten, dicht besetzten Stück. Welches es ist, bleibt offen: Es geht um das Verfahren, nicht um das Lied. Stand: Oktober 2026.
Was heißt „treu“?
Compliance, Prompt-Treue und Bildtreue sind drei verschiedene Fragen. Warum die Messung bewusst grob bleibt und wo sie der Kunst nicht gerecht wird.
- 3getrennte Werte, keiner fließt in einen anderen
- 8eigene Werke, an denen die Bildtreue geeicht ist
- 1/3 bis 3Faktor, der als treu gilt
- 80Prozent Compliance ab Klasse Excellence
Digifro trennt drei Fragen, die leicht verwechselt werden: Wie weit weicht ein Bild vom Regelwerk ab (Compliance)? Gibt der Prompt die Daten richtig wieder (Prompt-Treue)? Gibt das fertige Bild die Daten wieder (Bildtreue)? Die drei Werte bleiben getrennt, keiner fließt in einen anderen.
- ComplianceWie weit weicht ein Bild vom Regelwerk ab?
- Prompt-TreueGibt der Prompt die Daten richtig wieder?
- BildtreueGibt das fertige Bild die Daten wieder?
Drei getrennte Werte: keiner fließt in einen anderen.
Die Bildtreue ist bewusst grob. Sie prüft den Flächenanteil je Farbe in einem Toleranzband. Einsatz, Ende und Zeitverlauf sind nur Hinweise, weil Bildmodelle Zeitpositionen nur näherungsweise setzen.


Beide Bilder stammen aus dem Beitrag „Das Layout als Bild“.
Vorab festgelegt: Das grüne Band muss mindestens 80 Prozent der Kernfarben gelungener Werke fassen. Altes Band 0,5 bis 2, neues Band 1/3 bis 3.
- Invalid unter 50
- Standard ab 50
- Streamline ab 65
- Excellence ab 80
100 Prozent entsprechen dem Regelwerk. Abzug je Eingriff: Stufe 1 kostet 9, Stufe 2 kostet 15, Stufe 3 kostet 24 Prozent.
Technischer Hintergrund
Compliance
100 Prozent entsprechen dem Regelwerk, dem „Canon“. Jeder Eingriff zieht ab: Stufe 1 kostet 9, Stufe 2 kostet 15, Stufe 3 kostet 24 Prozent. Zwei Overrides der Stufen 1 und 2 bleiben frei, eine freie Ausnahme nie. Die Klassen lauten Excellence ab 80, Streamline ab 65, Standard ab 50, darunter Invalid. Ein Bildstil zählt wie ein Eingriff der Stufe 2, fällt allein gewählt aber ins freie Budget und ergibt 99 Prozent. Das ist gewollt: Der Wert misst den Abstand zum Regelwerk, nicht die Qualität.
Bildtreue
Gemessen wird der Flächenanteil je Kernfarbe (Soll ab 10 Prozent) als Verhältnis von Ist zu Soll. Faktor 1/3 bis 3 gilt als treu, 1/4 bis 4 als tragbar. Die Gesamtampel zählt Fehler: Sie ist grün, wenn keine Kernfarbe aus dem Rahmen fällt und höchstens eine nur tragbar ist, und gelb, wenn höchstens eine aus dem Rahmen fällt und mindestens die Hälfte treu ist. Ein fehlendes Instrument kostet so immer genau eine Stufe, gleich wie viele Instrumente ein Stück hat. Sind die Gewichte vertauscht, die größte Fläche laut Daten im Bild also klein, gibt es einen Hinweis, aber keine andere Farbe. Ein Qualitätswert aus Bildtreue, Fremdfarben, Format und Prompt dient nur als Sortierhilfe und ändert nie eine Ampel.
Kritik an der eigenen Messung
Der Flächenanteil belohnt Farbblöcke: Ein Bild aus sauber getrennten Flächen schneidet besser ab als ein Bild, das die Instrumente ineinander verwebt. Die Schwellen werden deshalb nicht einfach gesenkt, damit Bilder grün werden. Sie werden erst an einem Satz gelungener Bilder geeicht.
Eichung an acht eigenen Werken (19.10.2026)
Die ersten Schwellen stammten aus 23 Bildern aus dem Web und 20 aus dem Kompositor und lokalen Modell. Am 19.10.2026 wurden sie an acht eigenen, gelungenen Werken aus drei Stilen geprüft, deren Stücke dafür neu analysiert wurden. Ergebnis: Nur 72 Prozent der gezeichneten Kernfarben lagen im alten Band 0,5 bis 2; im neuen Band 1/3 bis 3 sind es 83 Prozent. Die Regel war vorab festgelegt: Das grüne Band muss mindestens 80 Prozent der Kernfarben gelungener Werke fassen.
Gegengeprüft wurde an 40 Testbildern zu einem Stück: Keines der Bilder, die vorher als missraten galten, wird mit der neuen Regel grün. Vier der acht Werke bleiben nicht grün, weil der Künstler dort ein laut Daten großes Instrument bewusst fast oder ganz weggelassen hat. Das ist eine künstlerische Entscheidung, keine Messabweichung, und die Ampel soll sie sichtbar machen, nicht verbergen. Der Zeitverlauf lag auch bei den gelungenen Werken zwischen −0,22 und 0,23 und bleibt ein Hinweis.

